Ratgeber · 8 min read
Likörgläser: Größen, Formen und welches Glas zu welchem Likör passt
Wie viel cl ein Likörglas fasst, warum es einen Stiel braucht, was es vom Schnapsglas unterscheidet und welches Glas zu Limoncello, Eierlikör und Amaro passt.
Arthur BulotaMitgründer & CEO, Glassique CadeauBei uns zu Hause wurde Likör jahrelang aus Schnapsgläsern getrunken, weil niemand wusste, dass ein Likörglas etwas anderes ist. Der Unterschied liegt in 8 cl Luft über dem Likör und einem Stiel, der die Hand vom Kelch fernhält. Dieser Ratgeber soll die Verwechslung ein für alle Mal klären.
Schreiben Sie mir bei Fragen: shop@glassiquecadeau.com. Ich beantworte jede E-Mail persönlich.
Der Likör ist meist gut. Das Glas, in dem er serviert wird, ist meist zu klein und zu dick.
Zum Dessert kommt die Flasche Limoncello aus dem Gefrierfach oder der Eierlikör aus dem Kühlschrank, und dann folgt die übliche Verlegenheit: Schnapsgläser sind zu klein, Weingläser wirken albern, der Whisky-Tumbler ist zu wuchtig. Likörgläser sind die am meisten unterschätzte Glasform in deutschen Küchen, gerade weil sie so oft mit Schnapsgläsern verwechselt werden. Dieser Ratgeber sortiert die Größen und Formen, sagt Ihnen, welches Glas zu welchem Likör passt, und woran Sie ein gutes Exemplar erkennen.
Was ein Likörglas ist und warum es einen Stiel hat
Ein Likörglas ist ein kleines Stielglas für süße, aromatisierte Spirituosen mit 15 bis 40 Prozent Alkohol. Es steht zwischen dem Schnapsglas, das auf einen Schluck ausgelegt ist, und dem Digestifglas, das für Brände und Cognac gebaut wurde. Drei Merkmale unterscheiden es vom Stamperl.
Der Stiel. Liköre werden gekühlt oder bei Zimmertemperatur getrunken, nie warm. Der Stiel hält die Handwärme vom Kelch fern, damit ein eiskalter Limoncello auch nach zehn Minuten noch kalt ist. Der Kelch. Mit 9 bis 12 cl Volumen bietet er Platz für 3 bis 4 cl Likör und darüber Luft, in der sich die Aromen sammeln. Ein Schnapsglas hat diese Luft nicht, es ist randvoll. Die Öffnung. Leicht verjüngt oder gerade, je nach Likörtyp, aber nie so eng wie bei einem Nosing-Glas: Liköre sind selten so alkoholstark, dass die Nase geschützt werden müsste.
Die Form hat eine lange Geschichte. Im 19. Jahrhundert gehörten Likörgläser zu jeder bürgerlichen Tafel, oft farbig oder mit geschliffenem Dekor, weil der Likör zum Kaffee nach dem Essen ein festes Ritual war. Daraus stammt auch die Größe: Ein Likör wird in kleinen Schlucken getrunken, das Glas muss nicht viel fassen, aber es muss gut in der Hand liegen.
Die Größen im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt die Formate, die wir selbst führen, umgerechnet aus der Herstellerangabe in Unzen (1 oz = 29,6 ml, auf ganze cl gerundet). Die Einschenkmenge ist die Menge, die im Alltag sinnvoll ist, nicht das Volumen bis zum Rand.
| Glas | Fassungsvermögen in cl (ml) | Fassungsvermögen in oz | Einschenkmenge |
|---|---|---|---|
| Grappa-Glas mit langem Stiel (Set of 6) | 9 cl (89 ml) | 3 oz | 2 bis 3 cl |
| Limoncello- und Likörglas (Set of 4) | 10 cl (98 ml) | 3,3 oz | 3 bis 4 cl |
| Sherry- und Portweinglas, Schooner-Form (Set of 4) | 11 cl (110 ml) | 3,7 oz | 4 bis 5 cl |
| Port- und Dessertwein-Copita (Set of 4 oder 6) | 21 cl (207 ml) | 7 oz | 5 bis 7 cl |
Die Faustregel für das Verhältnis: Das Glas sollte zu einem Drittel bis zur Hälfte gefüllt sein. Bei 10 cl Volumen sind das 3 bis 5 cl, also eine Portion Limoncello, wie sie in Italien nach dem Essen ausgeschenkt wird. Zum Vergleich: Ein deutsches Schnapsglas fasst 2 cl bis zum Eichstrich und wird komplett gefüllt, es gibt keinen Raum für Aromen und keinen Stiel gegen die Handwärme.
Welches Glas für welchen Likör
Liköre unterscheiden sich stärker als jede andere Spirituosenkategorie: Ein Limoncello mit 30 Prozent hat mit einem Sahnelikör mit 17 Prozent wenig gemein. Entsprechend verteilt sich die Wahl des Glases.
- Zitrusliköre (Limoncello, Arancello, Triple Sec): Kleines Stielglas mit 9 bis 10 cl, eisgekühlt. Der Stiel ist hier Pflicht, sonst wärmt die Hand den Likör in Minuten auf. Was beim Limoncello speziell zu beachten ist, steht in unserem Ratgeber zu Limoncello-Gläsern.
- Sahne- und Eierliköre (Baileys, Eierlikör, Advocaat): Ebenfalls 9 bis 12 cl, Öffnung eher gerade als verjüngt, damit die dickflüssige Konsistenz sauber aus dem Glas läuft. Ein dünner Rand ist hier besonders angenehm.
- Nuss- und Mandelliköre (Amaretto, Frangelico): 10 bis 12 cl, bei Zimmertemperatur. Ein leicht bauchiger Kelch bringt die Marzipan- und Röstnoten zur Nase.
- Kräuterliköre und Amari (Jägermeister, Averna, Chartreuse): Hier lohnt eine tulpenförmige Copita mit 11 bis 21 cl. Die vielen Botanicals brauchen etwas Luft, und ein Amaro wird auch gern mit einem Eiswürfel serviert.
- Dessertweine und Portwein (Port, Sherry, Sauternes): Streng genommen kein Likör, aber dieselbe Rolle nach dem Essen. Die Copita mit 21 cl ist das klassische Glas, gefüllt mit 5 bis 7 cl.
Alle Formen für Liköre und Dessertweine finden Sie in unserer Kollektion für Port, Sherry, Limoncello und Liköre, die kleinen Stielgläser gesondert in der Cordial-Kollektion (die Produktseiten sind auf Englisch, bestellt wird in Euro mit Versand nach Deutschland).
Likörglas, Schnapsglas, Digestifglas: die Unterschiede
Die drei Begriffe werden im Handel oft durcheinandergeworfen, meinen aber verschiedene Gläser.
Das Schnapsglas (Stamperl, Pinnchen) fasst 2 bis 4 cl, hat keinen Stiel und einen dicken Boden. Es ist für den einen Schluck gebaut: Korn, Obstler, Wodka, gekühlt und schnell. Aromen spielen keine Rolle.
Das Likörglas fasst 9 bis 12 cl, hat einen Stiel und wird zu einem Drittel bis zur Hälfte gefüllt. Es ist für das langsame Trinken nach dem Essen gebaut, in kleinen Schlucken über zehn bis zwanzig Minuten.
Das Digestifglas ist der Überbegriff für Gläser, in denen Brände und Cognac pur serviert werden: Snifter, Copita, Nosing-Glas, meist 9 bis 15 cl mit enger Öffnung. Für Liköre funktioniert es ebenfalls, ist aber auf höherprozentige Spirituosen ausgelegt. Wie sich Snifter und Nosing-Glas im Detail unterscheiden, erklärt unser Ratgeber zum Nosing-Glas für Whisky.
Qualität: bleifreies Kristall und der dünne Rand
Bei einem Glas, das nur 10 cl fasst, entscheidet die Wandstärke über das Trinkgefühl. Ein dickwandiges Pressglas macht aus einem Likör einen Schnaps; ein dünner, mundgeblasener Rand lässt den Likör langsam und gleichmäßig über die Zunge laufen. Traditionelles Bleikristall enthält nach der EU-Richtlinie 69/493/EWG mindestens 24 Prozent Bleioxid; moderne Kristallgläser erreichen dieselbe Brillanz bleifrei. Für ein Glas, aus dem Sie regelmäßig trinken, ist bleifrei die vernünftige Wahl, und die hier empfohlenen Sets sind bleifrei.
Mundgeblasene Gläser erkennen Sie an leicht ungleichmäßigen Wänden, einem feinen Rand ohne Verdickung und gelegentlich winzigen Luftbläschen im Glas, der Signatur der Handarbeit. Maschinengefertigte Gläser sind gleichförmiger und dickwandiger. Die Limoncello-Gläser, Schooner und Copitas, die wir hier empfehlen, sind aus bleifreiem Kristallglas mundgeblasen.
Pflege: was in die Spülmaschine darf
Liköre hinterlassen Zucker und bei Sahnelikören Fett, beides sollte nicht antrocknen. Spülen Sie Likörgläser direkt nach dem Abend mit warmem Wasser aus. Viele unserer Sets sind spülmaschinengeeignet, ein Blick auf die Herstellerangabe lohnt sich: Die Limoncello-Gläser mit 10 cl und die Port-Copitas mit 21 cl sind laut Produktseite spülmaschinenfest. Für die übrigen dünnwandigen Stielgläser bleibt Handwäsche die sichere Wahl, mit wenig Spülmittel und einem fusselfreien Tuch.
Zwei praktische Hinweise: Sahnelikör-Reste am besten erst mit kaltem Wasser ausspülen, dann warm, sonst gerinnt die Sahne am Glas. Und Likörgläser, die im Gefrierfach vorgekühlt werden, nicht direkt mit heißem Wasser spülen, der Temperaturschock ist der häufigste Grund für Sprünge im Stiel.
Kaufberatung: ein Set, das alles abdeckt
- Volumen 10 bis 12 cl. Das ist der Bereich, in dem Limoncello, Eierlikör, Amaretto und Sahnelikör alle richtig aussehen und richtig schmecken.
- Stiel, mindestens 5 cm. Kürzer, und die Finger landen am Kelch.
- Dünner, gerader Rand. Kein Wulst, kein dicker Bördelrand.
- Set of 4 oder 6. Liköre werden in Runden ausgeschenkt, ein Zweierset ist zu knapp, sobald Gäste kommen.
- Gefrierfachtauglich. Wer Limoncello richtig trinkt, kühlt die Gläser vor. Dünnes Kristallglas verträgt das, solange es langsam wieder auf Raumtemperatur kommt.
Wer zusätzlich Dessertweine trinkt oder Amari mit Eis, ergänzt eine Copita mit 21 cl. Wer Brände und Grappa bevorzugt, findet die passenden Formen in der Tasting-Kollektion.
Unsere Likörgläser, ehrlich eingeordnet
Unsere Likörgläser sind auf den italienischen Digestivo-Moment gebaut: kleine, mundgeblasene Stielgläser, die eiskalt aus dem Gefrierfach kommen und trotzdem elegant auf dem Tisch stehen. Das Limoncello-Set mit 10 cl ist das Allround-Glas, es passt für jeden Likör aus der Liste oben. Der Schooner mit 11 cl ist die klassische Sherry-Form, etwas höher und schlanker, gut für Portwein und Amaretto. Die Copita mit 21 cl ist das Glas für Dessertwein, Amaro auf Eis und alle, die ihren Likör lieber mit mehr Luft trinken. Jedes Set kommt in einer mit Satin ausgeschlagenen Geschenkbox mit einem Cocktailrezept im Deckel, die danach als Aufbewahrung dient.
Produkte aus diesem Ratgeber
Alle 54 Stücke
Bestseller
Limited Edition
Most Gifted
Häufige Fragen
Wie viel cl fasst ein Likörglas?
Ein Likörglas fasst 9 bis 12 cl bis zum Rand und wird mit 3 bis 4 cl gefüllt. Damit ist es deutlich größer als ein Schnapsglas mit 2 cl, das randvoll ausgeschenkt wird.
Kann ich Likör aus einem Schnapsglas trinken?
Können ja, aber der Likör verliert dabei: Kein Stiel gegen die Handwärme, kein Raum für Aromen, und die Menge ist für einen Schluck gedacht, nicht für langsames Trinken. Für Obstler und Korn ist das Schnapsglas richtig, für Limoncello oder Amaretto nicht.
Welches Glas passt für Eierlikör?
Ein Stielglas mit 9 bis 12 cl und gerader Öffnung, damit die dickflüssige Konsistenz sauber aus dem Glas läuft. Der Klassiker ist die kleine Kelchform, etwa das Limoncello-Glas mit 10 cl. Ein dünner Rand macht bei Eierlikör einen deutlichen Unterschied.
Gehören Likörgläser ins Gefrierfach?
Für Zitrusliköre wie Limoncello ja, 15 bis 30 Minuten vor dem Servieren. Für Sahne-, Nuss- und Kräuterliköre nicht, sie werden bei Kühlschrank- oder Zimmertemperatur getrunken. Nach dem Gefrierfach das Glas nie direkt heiß spülen.
Sind Likörgläser spülmaschinenfest?
Das hängt vom Glas ab. Unsere Limoncello-Gläser und die Port-Copitas sind laut Herstellerangabe spülmaschinengeeignet. Bei anderen dünnwandigen Stielgläsern ist Handwäsche die sichere Wahl, prüfen Sie die Angabe auf der jeweiligen Produktseite.
Fazit
Das richtige Likörglas ist kein Schnapsglas mit Stiel, sondern ein eigenes Format: 9 bis 12 cl Volumen, zu einem Drittel bis zur Hälfte gefüllt, dünner Rand, Stiel gegen die Handwärme. Wer ein einziges Set kauft, nimmt 10 bis 12 cl mit Stiel und deckt damit Limoncello, Eierlikör, Amaretto und Baileys ab. Für Dessertwein und Amaro kommt eine Copita mit 21 cl dazu. Mehr braucht es nicht, um den Digestivo nach dem Essen so zu servieren, wie er gedacht ist.
Als Standard empfehlen wir die Limoncello- und Likörgläser mit 10 cl im Set of 4, spülmaschinengeeignet und das vielseitigste Format für süße Liköre. Für Sherry, Portwein und Nussliköre passen die Sherry- und Portweingläser in Schooner-Form mit 11 cl. Wer Dessertwein und Amaro auf Eis trinkt, greift zu den Port- und Dessertwein-Copitas mit 21 cl, ebenfalls spülmaschinenfest. Alle drei Sets sind aus bleifreiem Kristallglas mundgeblasen und werden in einer Geschenkbox geliefert.
Quellen
- Bleifreies, mundgeblasenes Kristallglas
- 30 Tage Zufriedenheitsgarantie
- Geschenkfertig in satingefütterter Box