Ratgeber · 5 min read

Espresso Martini Gläser: Welches Glas hält Crema und Kälte?

V-Form, Coupe oder Nick & Nora? Welches Glas Crema und Kälte am besten hält, welche Größe in ml passt und warum der Stiel entscheidet.

By Arthur BulotaCo-founder & CEO
  • Stielglas ist Pflicht: V-Form, Coupe oder Nick & Nora mit 15 bis 21 cl Nennvolumen für einen Cocktail von 10 bis 12 cl.
  • Das Nick-&-Nora-Glas (ca. 15 cl) hält Crema und Kälte am längsten, die V-Form präsentiert die Crema am größten.
  • Gläser 10 bis 15 Minuten vorfrosten; dünnwandiges Borosilikat- oder Kristallglas kühlt schneller durch als dickes Pressglas.
  • Empfehlung: Martini Cocktail Glasses im 4er-Set, je ca. 21 cl, aus thermoschockbeständigem Borosilikatglas.

Der Espresso Martini lebt von zwei Dingen: der dichten, hellbraunen Crema und der Eiseskälte direkt aus dem Shaker. Beides ist flüchtig. Das falsche Glas lässt den Schaum in Minuten zusammenfallen und den Drink lauwarm werden. Dieser Ratgeber erklärt, welche Glasform Crema und Kälte am besten bewahrt, welche Größe sinnvoll ist und warum der Stiel kein Deko-Detail ist.

Warum das Glas beim Espresso Martini so viel ausmacht

Ein Espresso Martini wird kräftig mit Eis geschüttelt und ohne Eis serviert, in der Barsprache "straight up". Es gibt also nichts im Glas, das nachkühlt. Die Crema wiederum ist ein feiner Schaum aus Kaffeeölen und Luft, der an einer großen Oberfläche schneller zerfällt. Daraus folgen zwei einfache Regeln: möglichst wenig Kontakt zwischen Hand und Glas, und eine Öffnung, die zur Schaumfläche passt.

V-Form, Coupe oder Nick & Nora?

Das klassische Martiniglas (V-Form)

Die kegelförmige V-Schale ist das ikonische Bild des Espresso Martini und für viele die erste Wahl. Die konische Form präsentiert die Crema als perfekten Kreis, auf dem die drei Kaffeebohnen der klassischen Garnitur ruhen. Die weite Öffnung vergrößert allerdings die Oberfläche, daher gilt: eher kleine bis mittlere V-Gläser wählen und den Drink zügig genießen. Für ein Nennvolumen von rund 20 cl ist ein Cocktail von 10 bis 12 cl ideal, das Glas wirkt gefüllt, ohne bis zum Rand zu stehen.

Die Coupe

Die runde Schale ist die elegante Alternative. Ihre leicht gewölbte Form gibt der Crema etwas mehr Halt am Rand, und der tiefere Schwerpunkt macht sie standfester als die V-Form, ein Vorteil auf vollen Tischen. Gängige Coupes fassen 15 bis 18 cl und passen damit gut zur üblichen Cocktailmenge. Wie sich Sektschale, Champagnerschale und Coupe zueinander verhalten, erklärt der Ratgeber Sektschale vs. Champagnerschale.

Nick & Nora

Das kleine, leicht tulpenförmige Nick-&-Nora-Glas ist der Geheimtipp für alle, die Kälte und Crema maximal lange erhalten wollen. Die eingezogene Öffnung verkleinert die Oberfläche, der Schaum bleibt länger geschlossen, das Aroma konzentriert sich. Mit rund 15 cl Nennvolumen (5 oz) ist es wie gemacht für einen klassischen 12-cl-Cocktail. Der Drink wirkt darin nie verloren, sondern präzise portioniert.

Glasform Typische Größe Crema-Erhalt Charakter
Martiniglas (V-Form) ca. 18–21 cl (6–7 oz) gut, bei zügigem Genuss ikonisch, präsentiert die Crema großflächig
Coupe ca. 15–18 cl (5–6 oz) gut elegant, standfest, vielseitig
Nick & Nora ca. 15 cl (5 oz) sehr gut konzentriert, hält Kälte und Schaum am längsten

Die richtige Größe in Millilitern

Ein Espresso Martini kommt auf etwa 10 bis 12 cl Flüssigkeit plus Crema. Das Glas sollte deshalb ein Nennvolumen von 15 bis 21 cl haben, gefüllt wird bis etwa einen Fingerbreit unter den Rand. Größere Gläser ab 25 cl verleiten zu doppelten Portionen, die am Ende lauwarm sind, oder lassen den Drink optisch verloren wirken. Kleiner als 13 cl wird es eng für die Crema.

Warum der Stiel entscheidend ist

Der Stiel ist beim Espresso Martini reine Funktion: Die Hand hält das Glas am Stiel, nicht an der Schale, und überträgt so keine Körperwärme auf den Drink. Ein eisgekühlter Cocktail in einem stiellosen Becher nimmt über die Handfläche spürbar schneller Temperatur an. Dazu kommt ein zweiter Effekt: Ein dünnwandiges Glas kühlt beim Vorfrosten schneller aus und entzieht dem eingeschenkten Drink weniger Kälte als dickes Pressglas. Wer es genau nimmt, stellt die Gläser 10 bis 15 Minuten ins Gefrierfach oder füllt sie mit Eiswasser, während der Shaker arbeitet.

Kurz erklärt: die Zubereitung

Der Fokus dieses Ratgebers liegt auf dem Glas, deshalb nur das Grundgerüst des modernen Klassikers, den Dick Bradsell in den 1980er Jahren in London erfand:

  • 4 cl Wodka, 2 cl Kaffeelikör, 3 cl frisch gebrühter, abgekühlter Espresso, optional 0,5 bis 1 cl Zuckersirup
  • Mit viel Eis 15 bis 20 Sekunden kräftig schütteln, das erzeugt die Crema
  • Doppelt abseihen, ins vorgekühlte Glas geben, mit drei Kaffeebohnen garnieren

Frischer Espresso ist der wichtigste Faktor für stabilen Schaum, das richtige Glas der zweitwichtigste.

Material und Verarbeitung: worauf beim Kauf achten

Neben Form und Größe entscheidet das Material über den Alltagsnutzen:

  • Dünnwandigkeit: Eine feine Wand kühlt schneller vor und wirkt am Trinkrand hochwertiger. Dickes Pressglas speichert dagegen Raumwärme und entzieht dem Drink Kälte.
  • Thermoschockbeständigkeit: Wer Gläser regelmäßig ins Gefrierfach stellt, profitiert von Borosilikatglas. Es verträgt schnelle Temperaturwechsel, ist extrem leicht und dabei robuster als gewöhnliches Glas.
  • Kristallglas: Bleifreies Kristall bietet maximale Klarheit und den typischen hellen Klang, ideal, wenn die Optik der Crema und der Auftritt am Tisch im Vordergrund stehen.
  • Standfestigkeit: Ein ausreichend breiter Fuß ist bei kopflastigen V-Gläsern wichtiger als bei Coupes. Auf dem Tablett und am vollen Tisch zählt jeder Millimeter Standfläche.
  • Spülmaschineneignung: Kaffeelikör und Espresso hinterlassen Öle und Zuckerreste. Gläser, die laut Hersteller in die Maschine dürfen, sparen im Alltag spürbar Zeit.

Häufige Fragen

Kann man den Espresso Martini im Tumbler servieren?

Möglich, aber nicht ideal. Ohne Stiel wandert Handwärme direkt in den Drink, und ein "straight up" servierter Cocktail hat kein Eis, das gegensteuert. Wenn Tumbler, dann vorgefrostet und schnell getrunken.

Warum fällt meine Crema so schnell zusammen?

Meist liegt es an altem Espresso oder zu kurzem Schütteln, erst danach am Glas. Frisch gebrühter, abgekühlter Espresso, 15 bis 20 Sekunden kräftiges Schütteln und eine nicht zu weite Glasöffnung ergeben zusammen den stabilsten Schaum.

Welche Größe ist die beste für Gäste?

Ein Nennvolumen von 18 bis 21 cl ist der vielseitigste Kompromiss: groß genug für eine volle Portion mit Crema, klein genug, dass der Drink kalt bleibt, bis das Glas leer ist.

Fazit

Für den Espresso Martini gilt: Stiel ist Pflicht, Größe zwischen 15 und 21 cl, und die Form bestimmt den Charakter. Die V-Form inszeniert die Crema, die Coupe verbindet Eleganz mit Alltagstauglichkeit, das Nick-&-Nora-Glas hält Kälte und Schaum am längsten. Falsch ist keine der drei Formen, lauwarm und schaumlos wird der Drink nur im falschen Becher.

Passende Stielgläser für Martini-Cocktails finden Sie in der Martini-Kollektion (englischsprachig, Preise in EUR).

Unsere Empfehlung

Martini Cocktail Glasses aus der Modern Glassware Collection, 4er-Set, je 7 oz (ca. 21 cl / 200 ml). Handgefertigt aus extraleichtem Borosilikatglas, thermoschockbeständig und damit ausdrücklich für das Vorkühlen im Gefrierfach geeignet, ausgelegt unter anderem für den Espresso Martini. Geliefert im Geschenkkarton mit formangepasster Einlage. Preise werden im Shop in EUR angezeigt, die Produktseiten sind englischsprachig.

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