Ratgeber · 5 min read
Cocktailgläser: Alle Arten im Überblick, von Coupe bis Longdrinkglas
12 Cocktailglas-Arten im Überblick: Coupe, Martini, Tumbler, Longdrinkglas, Copa und mehr, mit ml-Größen, typischen Drinks und Vergleichstabelle.
- Zwölf Glasformen, eine Logik: Drinks ohne Eis bekommen Stiel und wenig Volumen, Drinks mit Eis dickwandige Gläser oder große Kelche.
- Für den Start reichen drei Sets: Lowball (25–38 cl), Longdrinkglas (30–41 cl) und Coupe (15–24 cl) decken rund 90 Prozent aller Cocktails ab.
- Das Ballonglas / die Copa de Balón (40–74 cl) kommt dazu, sobald Gin Tonic oder Spritz regelmäßig serviert werden.
- Mundgeblasenes, bleifreies Kristallglas erlaubt dünnere Wände und einen feineren Rand; kleine Luftbläschen sind Handarbeit, kein Fehler.
Wer eine Hausbar aufbaut, steht schnell vor derselben Frage: Welche Cocktailgläser braucht man wirklich, und wofür ist welche Form gedacht? Die kurze Antwort: Mit drei bis vier Glasarten decken Sie fast alle Drinks ab. Die lange Antwort steht in diesem Ratgeber. Wir stellen zwölf Glasformen vor, jeweils mit typischer Größe in Millilitern und den Drinks, für die sie gemacht sind.
Eine Grundregel vorweg: Die Form eines Cocktailglases folgt fast immer einer von zwei Logiken. Drinks ohne Eis („straight up") bekommen einen Stiel, damit die Hand das Glas nicht erwärmt, und wenig Volumen, damit der Drink getrunken ist, bevor er warm wird. Drinks mit Eis bekommen dickwandige Gläser ohne Stiel oder große Kelche, in die viel Eis passt.
Gläser mit Stiel: für Drinks ohne Eis
1. Coupe (Cocktailschale)
Die flache, runde Schale auf hohem Stiel ist das eleganteste Cocktailglas überhaupt. Typische Größe: 150 bis 240 ml, unsere Coupes reichen von 5 bis 12 oz (etwa 150 bis 350 ml). Klassiker wie Daiquiri, Sidecar, Manhattan und Espresso Martini werden geschüttelt oder gerührt, abgeseiht und ohne Eis in der Coupe serviert. Auch für Champagner geeignet, mehr dazu im Beitrag Sektschale vs. Champagnerschale.
2. Martiniglas
Der kegelförmige Kelch auf langem Stiel, die Ikone der Barwelt. Typisch sind 150 bis 250 ml. Die weite Öffnung lässt die Aromen von Gin und Wermut frei entfalten, verlangt aber eine ruhige Hand. Für Martini, Cosmopolitan und alles, was „straight up" serviert wird.
3. Nick & Nora
Die kleine Schwester der Coupe: ein tulpenförmiger Mini-Kelch mit etwa 140 bis 150 ml (unsere Modelle: 5 oz). Benannt nach dem Detektiv-Ehepaar aus den „Thin Man"-Filmen der 1930er. Weniger Volumen bedeutet: Der Drink ist ausgetrunken, bevor er warm wird. Perfekt für Martinis, Manhattans und alle klassischen 100-bis-120-ml-Rezepte.
4. Sektschale
Die breite, flache Schale, historisch das Champagnerglas der 1920er Jahre. Typisch 160 bis 240 ml. Heute erlebt sie ein Comeback, für Champagnertürme, Mimosa und cremige Cocktails. Der Unterschied zur Cocktail-Coupe ist kleiner, als viele denken, wir haben ihn hier im Detail erklärt.
5. Sektflöte
Hoch, schmal, 150 bis 210 ml. Die geringe Oberfläche hält die Kohlensäure länger im Glas, die Perlage steigt in einer schönen Kette auf. Für Sekt, Champagner, Bellini und Kir Royal.
6. Snifter (Cognacschwenker)
Ein bauchiger Kelch auf kurzem Stiel, 300 bis 700 ml, gefüllt wird aber nur ein kleiner Schluck. Die große Oberfläche und die sich verjüngende Öffnung konzentrieren die Aromen von Cognac, Brandy und gereiftem Rum unter der Nase.
7. Likörglas
Das kleinste Glas der Bar: 40 bis 110 ml, oft mit kurzem Stiel. Für Liköre, Sherry, Port und Digestifs, alles, was in kleinen Mengen pur genossen wird.
Gläser ohne Stiel: für Drinks mit Eis
8. Tumbler / Lowball (Old Fashioned Glas)
Das niedrige, dickwandige Glas mit schwerem Boden, typisch 250 bis 380 ml (unsere Lowballs: 9 bis 13 oz, also etwa 270 bis 380 ml). Der schwere Boden verträgt das Zerdrücken von Zucker und Bitters direkt im Glas, die weite Öffnung nimmt große Eiswürfel oder eine Eiskugel auf. Für Old Fashioned, Negroni, Whiskey Sour und Whisky pur. Wer nur ein einziges Cocktailglas kauft, kauft dieses. Unsere mundgeblasenen Modelle finden Sie in der englischsprachigen Lowball-Kollektion (Produktseiten auf Englisch, Preise in Euro).
9. Highball
Der hohe, schlanke Tumbler mit 240 bis 350 ml. Die schmale Form hält die Kohlensäure länger im Drink. Für Whiskey Highball, Mojito, Dark 'n' Stormy und alles, was aus Spirituose plus Sprudel besteht.
10. Longdrinkglas (Collins-Glas)
Die Begriffe Longdrinkglas und Highball werden im Deutschen oft synonym verwendet, streng genommen ist das Longdrinkglas (international: Collins) die noch höhere, schlankere Variante mit 300 bis 410 ml, unsere Highball- und Longdrinkgläser fassen bis 14 oz (etwa 41 cl). Es ist das Arbeitspferd jeder Hausbar: Gin Tonic, Tom Collins, Cuba Libre, Tequila Sunrise, Wodka Lemon, dazu Wasser, Schorlen und Eistee im Alltag. Wichtig beim Kauf: mindestens 300 ml, denn ein Longdrink besteht zu großen Teilen aus Eis und Filler. Zu kleine Gläser zwingen zum Sparen am Eis, und der Drink verwässert schneller.
Die Spezialisten
11. Ballonglas / Copa de Balón
Der große, kugelige Kelch auf Stiel, ursprünglich aus Spanien. Typisch 400 bis 700 ml, unsere Ballongläser fassen 13,5 oz (etwa 40 cl), die große Copa 25 oz (etwa 74 cl). Der Kelch sammelt die Aromen der Gin-Botanicals unter der Nase und bietet Platz für viel Eis, ausführlich erklärt im Ratgeber Gin Gläser. Auch die erste Wahl für Aperol Spritz und Hugo, siehe unseren Beitrag zu Aperol Spritz Gläsern.
12. Margarita- und Coupette-Glas
Die geschwungene Schale mit breitem Rand, 250 bis 350 ml. Der Rand ist für die Salz- oder Zuckerkruste gemacht. Für Margarita und Daiquiri-Varianten, ersatzweise tut es auch eine große Coupe.
Vergleichstabelle: Alle Glasarten auf einen Blick
| Glas | Größe (ml) | Typische Drinks |
|---|---|---|
| Coupe | 150–240 | Daiquiri, Manhattan, Espresso Martini |
| Martiniglas | 150–250 | Martini, Cosmopolitan |
| Nick & Nora | 140–150 | Martini, Manhattan, Klassiker „up" |
| Sektschale | 160–240 | Champagner, Mimosa |
| Sektflöte | 150–210 | Sekt, Bellini, Kir Royal |
| Snifter | 300–700 | Cognac, Brandy, Rum |
| Likörglas | 40–110 | Liköre, Sherry, Port |
| Tumbler / Lowball | 250–380 | Old Fashioned, Negroni, Whisky |
| Highball | 240–350 | Mojito, Whiskey Highball |
| Longdrinkglas | 300–410 | Gin Tonic, Tom Collins, Cuba Libre |
| Ballonglas / Copa | 400–700 | Gin Tonic, Aperol Spritz, Hugo |
| Margarita-Glas | 250–350 | Margarita, Frozen Daiquiri |
Welche Gläser braucht man wirklich?
Für den Anfang reichen drei Formen: ein Satz Lowballs, ein Satz Longdrinkgläser und ein Satz Coupes. Damit lassen sich rund 90 Prozent aller gängigen Cocktails korrekt servieren. Ballongläser kommen dazu, sobald Gin Tonic oder Spritz regelmäßig auf dem Programm stehen. Alles Weitere ist Kür, eine schöne Kür, aber Kür.
Noch ein Wort zum Material: Alle in diesem Ratgeber empfohlenen Gläser sind aus bleifreiem Kristallglas mundgeblasen. Das erlaubt dünnere Wände und einen feineren Rand, als es gepresstes Maschinenglas kann, und man spürt den Unterschied bei jedem Schluck. Kleine Luftbläschen im Glas sind dabei kein Fehler, sondern das Merkmal echter Handarbeit. Die meisten Formen sind trotzdem spülmaschinenfest; bei farbigen und veredelten Gläsern empfehlen wir Handwäsche.
Cocktailgläser von Glassique Cadeau
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